TeilenE-UAE ist ein Amiga-Emulator für MacOs und der Nachfolger von MaxUAE. MaxUAE war im Vergleich zu diesen Emulator eine schlechte Lösung Amigaspiele zu emulieren, da er kaum Optionen besaß. Als ich das erste mal E-UAE getestet habe, war ich überrascht von der Übersichtlichkeit und Optionsvielfalt. E-UAE ist kaum „schlechter“ als WinUAE, die Windows-Version. Allerdings muss man bis zum ersten Start ein paar Dinge befolgen. E-UAE selbst ist nur ein Kommandozeilen-Tool. Um vernünftig damit arbeiten zu können braucht man eine grafische Oberfläche (GUI) die separat heruntergeladen werden muss. E-UAE und die dazugehörige GUI, namens HI-Toro, kann man
hier herunterladen. Zu beachten ist dass man die richtigen Versionen für das eigene System aussucht. Hat man beide Dateien gefunden kann es losgehen.
Installation und erster Start
Zuerst müssen beide Pakete entpackt werden. Die GUI-Datei (HI-Toro) muss sich nicht zwangsweise im Ordner des Emulators befinden, da man nachträglich den Pfad von E-UAE eingeben kann. Wenn man jetzt Hi-Toro ausführt, startet die grafische Oberfläche wo man als erstes gefragt wird ob die Tastatur-Kürzel eingeblendet werden sollen. Das kann man aber auch an einen späteren Zeitpunkt lesen.
Kickstart
Jetzt kann es endlich mit der Konfiguration losgehen. Der Menupunkt
Übersicht kann beruhigt übersprungen werden, dieser dient nur als erste Infoübersicht. Als erstes muss unter
Rom der Pfad zur Kickstartimage-Datei angegeben werden. Mit einem Klick auf
Auswählen kann man die Datei suchen. Damit wäre unter
Rom schon alles eingestellt, die restlichen Felder können freigelassen werden. Wenn man keine Kickstartdatei besitzt kann man
hier nachlesen wie man eine
Kickstartdatei aus einem realen Amiga ausließt.
Arbeitsspeicher
Jetzt kann man die Größe des Arbeitsspeichers einstellen. Für eine Emulation eines Amiga 500 reichen 512kb Chip- und 512kb Fast-Ram. Für die Emulation eines Amiga 1200 sollten 2Mb Chip-Ram gewählt werden. Wer genauere Infos über die technischen Daten eines Amigas braucht, kann man in der Rubrik
History finden. E-UAE beinhaltet bereits ein paar Konfigurationen, aber dazu später.
Prozessor
Weiter geht’s mit der Wahl des Prozessors. Mit einem Klick auf den Reiter
CPU werden die entsprechenden Optionen aufgelistet. Für die Emulation eines Amiga 500 sollte der 68000er Prozessor gewählt werden, der den originalen Prozessors des echten Amigas entspricht. Ein Amiga 1200 hingegen verlangt einen 68020er und ein Amiga 4000 einen 68040er Prozessor. Die Häkchen neben
Kompatibilität und
Genauigkeit sollte man erst setzen wenn es Schwierigkeiten mit der Emulation gibt. Diese Optionen erhöhen zwar die Kompatibilität, belasten allerdings das System.
Chipsatz
Hier wird der virtuelle Chipset konfiguriert. Für eine optimale Emulation ist nur die Wahl des richtigen Chipsets notwendig. Und zwar sollte hier je nach emulierten System folgendes eingestellt werden:
Amiga 500 = OCS
Amiga 500+ / Amiga 600 = ECS
Amiga 1200 / Amiga 4000 = AGA
Anzeige
Die
Anzeige-Einstellungen sind schon richtig vorkonfiguriert, es sind keine Änderungen notwendig. Möchte man das Fenster des Emulators vergrößern oder verkleinern, dann sind evtl. einige Einstellungen anzupassen. Es kann bei der Anpassung der Fenstergröße passieren daß das Bild nicht mehr zentral dargestellt wird, sondern etwas verschoben wird. Dagegen helfen die Optionen Horizontal zentrieren und Vertikal zentrieren. Sollte das Bild nicht korrekt dargestellt werden so kann man die Option
Seitenverhältnis korrigieren ausprobieren.
Diskettenlaufwerke
Bei den Soundeinstellungen sind keine Änderungen vorzunehmen, deshalb springen wir zum nächsten Reiter, die virtuellen Diskettenlaufwerke. Unser virtueller Amiga kann mit bis zu vier Laufwerken umgehen. Hier werden also die Spiele-Roms mit einen Klick auf
Auswählen eingegeben. Das kleine Schloss das neben jedem Laufwerk sichtbar ist, sollte betätigt werden falls man die Disketten als „
Read Only“ mounten möchte, d.h. wenn man nicht will daß auf der virtuellen Diskette geschrieben wird.
Manche Spiele erfordern eine Spielstand bzw. Save-Diskette. Auch diese können hier erstellt werden und zwar mit den Button
Diskettenimage erstellen unten rechts. Es wird ein leeres Diskettenimage erstellt das dann in das virtuelle Laufwerk eingelegt und beschrieben werden kann.
Eventuell kann man die Laufwerksgeschwindigkeit noch einstellen. Im Allgemeinen kann man sagen, je höher die Geschwindigkeit desto inkompatibler die Floppyemulation.
Virtuelle Festplatten
Wie auch die UAE-Versionen anderer Plattformen kann auch diese mit virtuellen Festplatten umgehen. Unter den Reiter
HDD findet man die entsprechenden Optionen. Mit einem Klick auf
Verzeichnis hinzufügen kann das gewünschte Verzeichnis auf den Mac gewählt werden und dieses als virtuelle Festplatte nutzen. Mit
Hardfile hinzufügen kann eine hdz-Datei eingebunden werden, die dann ebenfalls als virtuelle Festplatte genutzt wird. Eine solche Hardfile wird mit
Hardfile erstellen generiert.
Geräte
Unter den Geräteoptionen gibt es viele interessante Einstellungen: Neben Mausport und Joystickport kann das gewünschte Steuergerät ausgewählt werden. Falls ein Joystick am Mac angeschlossen ist, ist natürlich auch dieser verfügbar. Mit
Parallel nach bedarf und
Seriel nach bedarf werden die Schnittstellen vom Mac genutzt, das bedeutet, daß der virtuelle Amiga auf der parallelen und seriellen Schnittstelle zugreifen kann.
Mit
bsdsocket emulation hingegen nutzt man die IP-Adresse des Mac’s, bzw die IP-Adresse wird geshared. Somit kann E-UAE auf Internet bzw. auf das Netzwerk zugreifen.
Aktiviert man das Kästchen neben
SCSI emulation so kann man auf der rechten Seite bei SCSI-Gerät ein optisches Laufwerk auswählen, auf das dann zugegriffen wird.
Pfade
Im letzten Reiter, unter Pfade, werden die Pfade zu den Images bzw. zu den Spielstanddateien ausgewählt. Es ist aber nicht Pflicht hier die Verzeichnisse anzugeben.
Sonstige Einstellunegn
Es gibt noch einige Einstellungen die vor der Emulation eingestellt werden sollten. Diese Optionen kann man aufrufen, indem man am oberen Bildschirmrand mit gedrückter Maustaste unter Hi-Toro die Option
Einstellungen… wählt.
In der Ersten Zeile sollte angegeben werden wo sich das Kommandozeilenprogarmm von E-UAE befindet. Auch wenn die GUI-Datei im Verzeichnis von E-UAE liegt, wird das Kommandozeilenprogarmm nicht gefunden. Falls man es hier nicht eingibt wird man beim Start der Emulation gefragt wo sich die Datei befindet.
Gleich darunter unter
Standard Konfigurationsdatei kann eine bereits abgespeicherte Konfiguration ausgewählt werden.
Als Konfigurationsanzeiger ist bereits ein Texteditor eingestellt, der dazu dient die Konfigurationsdatei von E-UAE bei Bedarf anzuzeigen, dies kann so belassen werden.
Konfiguration abspeichern
Um eine Konfiguration abzuspeichern, genügt es mit gedrückter Maustaste am oberen Bildschirmrand unter
Konfiguration die Option
speichern bzw.
speichern unter zu wählen. Die Datei wird dann abgespeichert. Auf dem selben weg, mit einen Klick auf
Öffnen, kann die gewünschte Konfigurationsdatei wieder geladen werden. Unter
Neu hingegen befinden sich bereits Vorlagekonfigurationen die den technischen Daten der echten Amigas entsprechen.
Fazit
Bei E-UAE gibt es kaum noch offene Wünsche. Die Mac-Version von UAE ist fast so umfangreich wie die Windows-Version. Wenn die Programmierer vielleicht noch eine Videoaufnahme- und eine Screenshotfunktion hinzufügen würden, dann gäbe es meiner Meinung nach nichts mehr auszusetzen.